Serious Games: FU Campus

 Serious Games dienen nicht nur der Unterhaltung, sondern wollen auch Wissen vermitteln, trainieren, Problemlösungen anbieten und Bewusstsein bilden, wobei sie spielerische Elemente nutzen, um Lerninhalte oder komplexe Themen zugänglicher und motivierender zu gestalten. 
Auch Bibliotheken entwickeln entsprechende Konzepte.

Ich habe dieses Serious Game mit Hilfe von Google Gemini erstellt (Ausgestaltung der Idee, einzelne Formulierungen).

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Findet euch zu mehreren Gruppen von je 5 Teilnehmern zusammen.


Auf einem 2stündigen Spaziergang über den Campus der Freien Universität Berlin werdet ihr etwas über die Geschichte der Universität lernen, über Bibliotheken als Lernorte und ihr könnt die Funktionsweise, den Nutzen und die Grenzen von KI-Tools erproben. Ihr braucht ein Handy und solltet euch in der Vorbereitung ein KI-Tool aussuchen, in dem ihr Prompten könnt, etwa ChatGPT, Perplexity, Google Gemini.


An jeder Station des Spaziergangs wählt ihr als Gruppe eine der Aufgaben. Es gibt jeweils eine Anregung zur Diskussion und eine Prompt-Übung. Am Ende findet ihr euch zusammen und jeweils einer trägt die Ergebnisse der Gruppe vor allen vor.

Bildnachweis: Peter Kuley

Station 1: Henry-Ford-Bau

Der Henry-Ford-Bau ist eines der repräsentativen Gebäude der Freien Universität Berlin. Es wurde 1952–1954 nach Plänen der Architekten Franz-Heinrich Sobotka und Gustav Müller errichtet.
Das auf 18.000 Quadratmetern geplante lichtdurchflutete Gebäude mit vollständig verglaster Längsseite verkörpert die Werte der Universität: Freiheit, Offenheit und Transparenz unter dem Motto Demokratie als Bauherr.

Repräsentation & Tradition

Der Fokus: Der klassische Hörsaal und das monumentale Foyer im Henry-Ford-Bau.

Aktivität: Ankunft und Blick in das weite Foyer.

Diskussion: Schaut euch im Foyer um: Dieser Raum strahlt Autorität und Tradition aus. Ist das ein Ort, an dem man sich Wissen aneignen möchte, oder eher ein Ort, an dem man Wissen empfängt? Braucht ein Lernort diese fast sakrale Strenge, um Ernsthaftigkeit zu vermitteln, oder wirkt diese Architektur auf moderne Lernende eher einschüchternd?


Historischer Kontext & Persona-Writing

Dieser Bau steht für die Geschichte der Freien Universität Berlin und die Unterstützung durch die USA während des Kalten Krieges.

Prompt-Übung Perspektivwechsel: Versetze dich in das Jahr 1954 zurück.

Beispiel-Prompt: „Handle als Studierende an der FU Berlin im Jahr 1954. Schreibe einen Brief nach Hause und beschreibe die Aufbruchstimmung bei der Eröffnung des Henry-Ford-Baus. Nutze eine Sprache, die förmlich und hoffnungsvoll ist, geprägt vom Geist der akademischen Freiheit.“


Bildnachweis: Karl Ludwig Poggemann

Station 2: Rostlaube, Silberlaube, Holzlaube

Diese Architektur ist ikonisch. Die rostigen Cortenstahlplatten (später Kupferblech) der Rostlaube (1967-1973) kontrastieren mit dem Aluminium der Silberlaube (1975-1979) und dem Holz der Holzlaube (2012-2014).
Der Entwurf des Architekturbüros Candilis-Josic-Woods basiert auf der Idee eines Mat-Building. Es gibt kein klares Zentrum, sondern ein modulares Netz aus Gängen (Straßen) und Höfen.


Präzise Beschreibung von Architektur & Materialien (Bild)
Prompt-Übung:
Bitte das KI-Tool, ein Bild im Stil des Brutalismus oder High-Tech-Architektur zu erstellen, das die spezifische Textur von rostigem Stahl und Glas einfängt.

Beispiel-Prompt: „Erstelle eine Architekturfotografie im Weitwinkel von einem modernen Universitätsgebäude, das aus modularen, rostfarbenen Stahlplatten und großen Glasfronten besteht. Bewölkter Himmel, Reflexionen auf dem Metall, Fokus auf die raue Textur des Cortenstahls.“

Variiere in weiteren Schritten: Ergänze Details wie Lichtstimmung, Kameraobjektiv oder Tonalität. Nutze verschiedene KI-Modelle für denselben Prompt. Mache ein Foto von einem Detail und bitte das KI-Tool: „Analysiere die Ästhetik dieses Bildes und beschreibe sie in fünf Adjektiven.“


Lernwaben in der Rostlaube 

Aktivität: Gezieltes Aufsuchen einer der Pausenzonen oder kleinen Sitzgruppen in den gelben/roten Fluren.

Diskussion: In der Architektur der 70er Jahre wurde versucht, Begegnung zu erzwingen. Sucht euch eine der informellen Sitzecken aus. Wie wirken die Akustik und die visuelle Begrenzung auf euch? Würdet ihr hier lieber allein tiefen-konzentriert arbeiten oder in einer Gruppe ein Projekt planen? Hier verschwimmen die Grenzen zwischen Verkehrsfläche und Lernraum. Ist das Lernen im Vorbeigehen ein Konzept, das euch in Bibliotheken gefällt, oder brauchen Lernorte klare, geschlossene Grenzen?

Bildnachweis: Gunnar Klack

Station 3: Die Philologische Bibliothek (The Brain)

Ästhetik & Lernen

Die von Norman Foster entworfene Bibliothek (2001-2005) im Innern der Rostlaube sieht aus wie ein menschliches Gehirn. Ein perfekter Ort, um mit Abstraktion zu spielen. Maximale Konzentration durch Ästhetik.

Die Stille Minute
In der Philologischen Bibliothek lohnt es sich, einfach mal eine Minute mit geschlossenen Augen die Akustik wahrzunehmen.


Aktivität: Rundgang durch die Ebenen (bitte flüsternd). Fokus auf die Arbeitsplatzgestaltung.

Diskussion: Analysiert das Brain-Konzept: Foster hat die Plätze so angeordnet, dass man sich gegenseitig beim Arbeiten sieht, aber kaum hört. Wie wichtig ist dieser Co-Working-Effekt für den Erfolg einer Bibliothek heute? Hier wird das Lernen fast sakral inszeniert. Durch die geschwungene Form blickt man nicht auf Wände, sondern in den Raum oder auf die gegenüberliegenden Ebenen. Wie wichtig ist die visuelle Schönheit eines Ortes für den Lernerfolg?


Prompt-Übung Architektur und Lernort: Bitte das KI-Tool, eine Analogie zwischen der Architektur der Bibliothek und dem Prozess des Lernens zu entwerfen.

Beispiel-Prompt: „Schreibe ein kurzes Gedicht über ein Gebäude, das wie ein Gehirn geformt ist. Nutze Fachbegriffe aus der Neurologie (Synapsen, Cortex), um die Erfahrung des Lernens in diesem Raum zu beschreiben.“


Controlled Vocabulary & Klassifikation

Bibliothekare verstehen Räume als Wissensordnungen. Die Brain-Struktur ist ein physisches Abbild kognitiver Prozesse.

Prompt-Übung: Betrachte die Anordnung der Regale und die Lichtführung. Lass das KI-Tool ein Metadatenschema für ein Gedächtnis-Gebäude entwerfen.

Beispiel-Prompt: „Handle als Metadaten-Spezialistin. Entwirf ein RDF-Schema (Resource Description Framework), das die architektonischen Elemente der Philologischen Bibliothek der FU Berlin mit kognitiven Lernprozessen verknüpft. Nutze Properties wie stimulates_thought oder structured_by.“

Bildnachweis: Assenmacher

Station 4: Thielpark

Der Thielpark ist eine idyllische, denkmalgeschützte Grünanlage auf dem Campus, benannt nach dem Politiker Hugo Thiel.

Aktivität: Kurzer Spaziergang an der frischen Luft.

Diskussion: In der Bibliothek herrscht künstliches Klima und Stille. Hier draußen gibt es Reize und Bewegung. Welches Element der Natur fehlt uns in unseren Innenräumen am meisten, um kognitive Erschöpfung bei den Nutzern zu vermeiden?


Der Fokus: Lernen unter freiem Himmel oder in Bewegung.

Diskussion: Der Campus Dahlem ist sehr grün. Studien zeigen, dass naturbasiertes Lernen den Stresspegel senkt. Wenn wir den Außenraum als echten Lernort begreifen würden: Welche Infrastruktur bräuchten Studierende hier, damit der Park mehr ist als nur ein Pausenort, sondern ein Ort der Wissensgenerierung wird?


Living Library
Prompt-Übung: Stell dir vor, du kuratierst eine Living Library. Dein Ziel ist es, aus dem, was du siehst, eine interaktive Lernstation zu machen.

Beispiel-Prompt: „Handle als Fachreferentin für Biologie und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Ich stehe gerade auf dem Campus der FU Berlin vor [Objekt, z.B. einer alten Eiche, einer Blühwiese]. Entwickle ein Konzept für eine Audio-Station, die hier platziert werden könnte."

Bildnachweis: Stefan Müller-Naumann

Station 5: Die Campusbibliothek

Die Campusbibliothek (Altbau Silberlaube: 1980-1984, Neubau Holzlaube: 2012-2014) ist ein Ort, der wie kaum ein anderer an der Freien Universität Berlin den Wandel von der dezentralen Institutsstruktur hin zur modernen Wissensfusion verkörpert. Hier wurden in dem Projekt 24-in-1 2010-2015 24 ehemals eigenständige Institutsbibliotheken vereint.


Aktivität: Blick auf die moderne Zusammenlegung der ehemals dezentralen Fachbibliotheken. Vom Sammlungsort zum Lernort.

Diskussion: Hier trifft Spezialwissen auf Zentralisierung. Wenn die physischen Bücher zunehmend in Magazinen oder digitalen Clouds verschwinden: Was ist das Alleinstellungsmerkmal dieses physischen Ortes für die Studierenden von morgen? Ist es der Platz, die Beratung oder das Gemeinschaftsgefühl? Überall auf dem Campus weichen Regale neuen Arbeitsplatzzonen. Wenn der physische Buchbestand sich zugunsten des Lernortes zurückzieht, was bleibt dann von der Identität einer Bibliothek übrig? Reicht WLAN, ein Tisch und ein Kaffee aus, um einen Raum zum Lernort zu machen, oder braucht es die physische Präsenz von Büchern?


Wissenssynthese & Discovery-Systeme
Die Bestände der Institutsbibliotheken sind nach der Regensburger Verbundklassifikation (RVK) aufgestellt. In dieser Übung nutzen wir das KI-Tool, um das Inseldenken der Fachbereiche aufzubrechen.

Aktivität: Gehe in einen Bereich, in dem zwei unterschiedliche Fachgebiete räumlich aufeinandertreffen (z.B. Philosophie und Pädagogik). Schau dir die RVK-Notationen an den Buchrücken an.

Prompt-Übung: Stell dir vor, eine Forschergruppe plant ein Projekt zur digitalen Ethik in der Hochschuldidaktik. Sie wissen nicht, ob sie in der Informatik, der Philosophie oder der Pädagogik suchen sollen. Dein Ziel ist es, das KI-Tool ein Mapping erstellen zu lassen, das die physische Aufstellung der Campusbibliothek mit digitalen Schlagworten verknüpft.

Beispiel-Prompt: "Handle als Expertin für die Regensburger Verbundklassifikation (RVK) in der Campusbibliothek der FU Berlin. Erstelle einen Research Trail für das Thema Digitale Ethik in der Hochschuldidaktik [oder Dein Thema]."

Bildnachweis: Peter Kuley

Station 6: Alter Krug

Essen und Meta-Diskussion
Der Alte Krug befindet sich in einem denkmalgeschützten Gasthaus (1865) im alten Landhausstil mit hübschen Facettenfenstern und weit ausladenden, stämmigen, über hundert Jahre alten Linden im Biergarten.


Reflexion des KI-Outputs

Faktencheck: Stimmen die Fakten, oder halluziniert das KI-Tool Dinge dazu, erfindet das Tool Fakten. Präzision: Ist das KI-Tool präzise, genau und korrekt in den Angaben. Abstraktionsgrad: Sind die Erklärungen der Zielgruppe angemessen und verständlich. Transfer: Kann das Ergebnis auf ein reales Anwendungsbeispiel übertragen werden.


Der ideale Lernort

Diskussion: Wenn ihr das Budget hättet, einen einzigen perfekten Lernort auf diesem Campus zu bauen, wie sähe das Verhältnis zwischen Stille, Kommunikation, Buchbestand, Technologie und Komfort aus?